Kindersprechstunde

Das Projekt wird gefördert von den Stiftungen Aktion Mensch, terre des hommes und Stiftung do.

Die Kindersprechstunde ist eine offene Sprechstunde für alle Flüchtlinge unter 21 Jahren.

Wir haben ein offenes Ohr für Eure Fragen und Probleme – Ihr könnt vertraulich mit uns sprechen. Ihr könnt ohne Eure Eltern zu uns kommen.

Hier könnt Ihr erfahren, wann unsere Srechstunde stattfindet und wie Ihr uns telefonisch erreicht: Offene Sprechstunde.

Zielgruppe des Projektes

Die Kindersprechstunde richtet sich an Schulkinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Wünsche, Erfahrungen und Probleme offen und vertraulich zu reden, sich über die aufenthaltsrechtliche Situation der Familie selbstständig zu informieren sowie Hilfsangebote, Bildungsmöglichkeiten etc. zu erkennen und zu nutzen. Ihre Interessen, Rechte und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt.

Zweite Zielgruppe sind dementsprechend die Eltern und sonstige Betreuungspersonen sowie alle staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, die in der Betreuung, Versorgung und Hilfeleistung für Kinder und Jugendliche tätig sind. Sie gilt es zu sensibilisieren und zu aktivieren, denn viel zu häufig wird Flüchtlingskindern nicht die notwendige und mögliche Hilfe zuteil. Obwohl das Kinder- und Jugendschutzgesetz Flüchtlingskinder natürlich einbezieht, sehen offizielle Stellen allzu oft keinen Handlungsbedarf bei Kindern, die keinen gesicherten Aufenthaltsstatus haben. MitarbeiterInnen des Jugendamtes begründen oft explizit mit dem prekären Aufenthaltsstatus der betreffenden Kinder, dass sie Hilfen nicht anbieten könnten. Hinzu kommt erschwerend, dass über Ausmaß und Qualität der Verhaltensstörungen oder -auffälligkeiten bei Flüchtlingskindern in Deutschland besonders wenig bekannt ist und schon von daher viele eigentlich zuständige Stellen sich des Problems nicht annehmen. Auch den Eltern sind Probleme wie Hilfsangebote noch weniger bekannt als anderen Gruppen. Oft berichten die Eltern in der Beratung, dass ihre Kinder unter deutlichen Schlafstörungen leiden oder "immer so viel weinen und nie fröhlich sind". Uns sind im Rahmen der aufenthaltsrechtlichen Beratung auch verschieden begründete Fälle von akuten Gefährdungen des Kindeswohls bekannt geworden, die ohne unsere Bemühungen ohne Intervention geblieben wären.

Mithilfe der Kindersprechstunde wollen wir diese Strukturen verändern, die Kinder und Jugendlichen konkret unterstützen und mittels Informations- und Öffentlichkeitsarbeit öffentliche Stellen aktivieren, ihrerseits auf den Betreuungs- und Hilfsbedarf mit neuen bzw. erweiterten Angeboten zu reagieren.

Mit der Kindersprechstunde betritt der flucht•punkt Neuland. Ein vergleichbares Angebot gibt es in Hamburg bisher nicht. Deshalb werden wir vor allem in der Endphase des bis Ende 2009 laufenden Projekts durch Veranstaltungen und Publikationen verstärkt den Austausch mit der Fachöffentlichkeit suchen, um unsere Ergebnisse für alle Interessierten nutzbar zu machen und eine positive Fortwirkung des Projekts über das Jahr 2009 hinaus zu gewährleisten.